Christian Hasucha
mittlerweile

Szene aus dem Film Christian Hasucha © oalb

Christian Hasucha (*1955 in West-Berlin/BRD) ist bildender Künstler mit Sitz in Berlin. Er studierte Freie Kunst an der Hochschule der Künste Berlin sowie an der Chelsea School of Art in London.

Seit 1981 entwickelt er die fortlaufende Projektreihe Öffentliche Interventionen im öffentlichen Raum. Hasucha hatte eine Gastprofessur für Ästhetik in Theorie und Praxis im Fachbereich Architektur an der Universität Kassel sowie eine Gastprofessur für Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien im Fachbereich Gestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar inne. Darüber hinaus initiierte er u. a. die Areale Neukölln in Berlin (gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds) und realisierte mehrjährige Arbeits- und Forschungsreisen durch Europa und Kleinasien. 

Hasucha erhielt zahlreiche Stipendien, Wettbewerbsauszeichnungen und Kunst-am-Bau-Aufträge, darunter Gewinne bei Wettbewerben für den Nöldnerplatz in Berlin und den Carthausplatz in Frankfurt (Oder) sowie Förderungen durch den Kunstfonds e.V., die VG Bild-Kunst und ein DAAD-Stipendium für ein Studienjahr in London. In den letzten fünf Jahren zeigte er Einzelausstellungen u. a. an der Universität Siegen, im Stadtraum von Heilbronn und Brühl sowie in Bochum und Ditzingen. Zudem war er an Gruppenausstellungen u. a. bei brandung e.V. in Jamlitz, im oqbo – Raum für Bild Wort Ton in Berlin und im Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm beteiligt. 

Werktitel: m i t t l e r w e i l e

Christian Hasuchas Arbeit m i t t l e r w e i l e bespielt die rund 50 Meter lange Fassade eines leerstehenden ehemaligen Wohn- und Geschäftsgebäudes in der Zillesstrasse 1 im Stadtteil Lauchhammer Neustadt. Die bestehende Gebäudestruktur ist geprägt von Spuren des Verfalls und provisorischer Sicherung, wie zugemauerter Fenster im Erdgeschoss, eingeschlagene und mit Holzplatten verschlossene Öffnungen in den oberen Etagen. Dieses visuelle Patchwork greift Hasucha auf und führt es fort, indem er zwölf zusätzliche Holzplatten über ausgewählten Fenstern im ersten Obergeschoss montiert. Auf diesen Trägern erscheinen überdimensionierte, fragmentierte Buchstaben, die zusammen das Wort „mittlerweile“ bilden. Durch ihre Verteilung und Zerstückelung entziehen sie sich einer unmittelbaren Lesbarkeit und entfalten sich erst im Zusammenspiel mit der Architektur. Der Begriff „mittlerweile“ wirkt dabei wie ein semantischer Schweif, der sich über die Fassade legt und so zu einem Wahrnehmungskometen wird, der Gegenwart und Vergangenheit miteinander verschränkt. Der Schriftzug ruft sowohl den aktuellen Zustand des Gebäudes auf, als auch die Erinnerungen vieler Bewohner:innen an schleichende, längst vergangener Transformationsprozesse.

In den Abend- und Nachtstunden werden die Buchstaben mittels schablonisierter Lichtprojektionen hervorgehoben. In diesem wechselnden Sichtbarkeitszustand wird ihre zeitliche Dimension erfahrbar. Das Wort „mittlerweile“ erscheint und verschwindet, löst sich optisch auf und tritt wieder hervor. So wird die Arbeit selbst zu einem Bild für das „mittlerweile“, für einen Zustand des Dazwischen, in dem das Gegenwärtige bereits im Begriff ist, Vergangenheit zu werden.

Ausstellung

/ Biennale

Lauchhammer / Bukowc
07.08.—23.08.2026, Lauchhammer, Heinrich-Zille-Str. 1 / Wokrejs Górne Błota-Łužyca

Louisa Frauenheim Johannes Weilandt Claudia Pilsl Christian Hasucha Matrosenhunde Anke Hannemann Marie Kublik & Frida Teller Anja Nürnberg Bernhard Schipper

about the event