Johanna Reich
Virgin`s Land

Szene aus dem Film Johanna Reich

Virgins Land - Johanna Reich 2019

© photographer Johanna Reich
Szene aus dem Film Johanna Reich

Virgins Land - Johanna Reich 2019

© photographer Johanna Reich

Johanna Reich, in Minden geboren, studierte von 2000 bis 2006 mit anschließendem Meisterschuljahr an der Kunstakademie Münster bei Andreas Köpnick (1960), Paul Isenrath (1936) und Guillaume Bijl (*1946).

Bei Wim Wenders (*1945) absolvierte die Künstlerin 2003 ein Gaststudium an der Akademie für bildende Künste Hamburg. Nach ihrem Examen nahm sie an einem Postgraduiertenstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln teil, das sie 2011 abschloss. Im selben Jahr erhielt Reich den Konrad-von-Soest-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe für ihre visuellen Experimente, die die Grenzen und Möglichkeiten des künstlerischen Arbeitens auf humorvolle Weise erforschen. Künstlerisch bewegt sie sich frei zwischen den Genres Film, Performance, Malerei und Fotografie, kombiniert diese innerhalb ihrer Arbeiten miteinander. In ihren primär performativen Videoarbeiten reflektiert sie malerische Prozesse, mediale Eigenheiten oder Fragmente unserer Alltagswirklichkeit. Die digitale Fotografie nutzt Reich etwa, um soziologische Recherchen über die Rollenbilder von Mädchen und Frauen mittels Plakaten in den öffentlichen Raum zu bringen. 2016 wurde sie mit dem Frauenkulturpreis des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet. Johanna Reich lebt und arbeitet in Köln.

Werktitel: Virgin`s Land

Video Loop
4K, Loop
2019

Die Videoarbeit „Virgin`s Land“ zeigt die Künstlerin selbst an einem menschenleeren Strand. An ausgestreckten Armen hält sie eine goldene Rettungsdecke, die im starken Wind wie eine Fahne weht. Die klare und minimalistische Bildsprache schafft Raum für vielfältige Assoziationen, in unbeschriebener Landschaft, mit unbeschriebener Fahne. Eine Perspektive, die Dynamik und Statik einschließt. Die Rettungsdecke kann für Flüchtlinge über Leben und Tod entscheiden, als goldene Fläche im Bild verweist sie traditionell ebenso auf materielle Kostbarkeit wie auf eine überirdische Wirklichkeit. Während Johanna Reich in einigen ihrer früheren Videos durch neutrale Kleidung mit Kapuzenoberteilen absichtlich androgyn bzw. neutral auftritt, ist sie hier bewußt als weibliche Akteurin erkennbar – ein weiblicher Blick in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Die Aussicht auf einen Neuanfang?