Brigitte Böckmann-Jennen (*1962 in Wachtendonk) ist Bildende Künstlerin und lebt und arbeitet in Alpen (Nordrhein-Westfalen).
Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Glasmalerin in der Werkstatt Hein Derix und studierte anschließend Glasgestaltung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei Prof. Ludwig Schaffrath und Prof. Johannes Hewel. Weiterführende künstlerische, praktische und theoretische Studien führten zu einer Arbeit mit ortsbezogener Kunst und Installationen. Böckmann-Jennen ist Mitglied der Glaskünstlervereinigung NRW (seit 2006 auch Vorstandsmitglied), der GEDOK Berlin sowie Mitbegründerin eines Kunstraums und mehrerer langfristiger Kunstprojekte im öffentlichen Raum. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf Fachmessen gezeigt, unter anderem im Museum Baruth im Spreewald, im Westfälischen Industriemuseum Glashütte Gernheim, im Deutschen Historischen Museum Berlin, in der Cubus Kunsthalle Duisburg sowie auf der GLAS TEC – GLAS ART in Düsseldorf. Internationale Präsentationen führten sie u. a. in die Niederlande, nach Tschechien und Österreich.
Werktitel: Waschtag
Die Künstlerin Brigitte Böckmann-Jennen realisiert in Lauchhammer eine eindrucksvolle temporäre Kunstaktion an den BioTürmen. Über einen Zeitraum von 14 Tagen spannt sie zwischen den einzelnen Türmen Wäscheleinen mit überdimensionierten weißen Wäschestücken. Die Installation verweist symbolisch auf die massive Umweltverschmutzung vergangener Jahrzehnte in der Region. Weiße Wäsche steht dabei als Sinnbild für eine Zeit, in der frisch gewaschene Textilien im Freien innerhalb kürzester Zeit durch Ruß und industrielle Emissionen geschwärzt wurden. Die Arbeit erinnert an die Lebensrealität vieler Menschen in der Lausitz und lädt zugleich dazu ein, über Wandel, Erinnerung und Umweltbewusstsein nachzudenken.
Bereits im Juni 2026 wird Brigitte Böckmann-Jennen mit den Vorbereitungen für das Projekt beginnen. An verschiedenen öffentlichen Orten in Lauchhammer-Neustadt – unter anderem an Bushaltestellen und weiteren stark frequentierten Plätzen – wird sie mit ihrer Nähmaschine öffentlich arbeiten und die übergroßen Wäschestücke direkt vor Ort anfertigen. Die Künstlerin sucht dabei bewusst das Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern von Lauchhammer. Während des Nähens sollen Erinnerungen, persönliche Erfahrungen und Gedanken zur Vergangenheit und Zukunft der Stadt ausgetauscht werden. Die entstehenden Begegnungen werden so zu einem wichtigen Bestandteil des Kunstprojekts. Mit ihrer Installation verbindet Brigitte Böckmann-Jennen künstlerische Intervention, historische Erinnerung und öffentlichen Dialog zu einem sichtbaren Zeichen im Stadtraum.