Tracey Snelling
Tenement Rising

Szene aus dem Film Tracey Snelling

Tenement Rising, detail 2016 © Tracey Snelling. Photo: Tracey Snelling

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Szene aus dem Film Tracey Snelling

Tenement Rising, detail 2016 © Tracey Snelling. Photo: Tracey Snelling

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Szene aus dem Film Tracey Snelling

Tenement Rising, back view, 2016 © Tracey Snelling. Photo: David Brandt

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Tracey Snelling, 2026 © Photo: Joel Stevenett

Tracey Snelling (*1970, Oakland, Kalifornien) ist eine bildende Künstlerin, deren Arbeit untersucht, wie Architektur die Art und Weise prägt, wie Menschen leben. Seit 2016 lebt und arbeitet sie in Berlin. In den Medien Skulptur, Installation, Video, Fotografie und Performance erforscht sie die gebaute Umwelt als Rahmen für soziales Leben, in dem sich persönliche Geschichten, kulturelle Gewohnheiten und Machtstrukturen entfalten.

In ihrer Arbeit sind Gebäude keine statischen Objekte, sondern Träger von Erfahrungen—Orte, an denen Intimität, Ungleichheit, Erinnerung und Begehren Gestalt annehmen.

Snelling ist vor allem für ihre architektonischen Skulpturen bekannt—präzise konstruierte Gebäude, die durch Video, Licht und Ton belebt werden und auf den ersten Blick ruhig erscheinen, zugleich jedoch von menschlicher Präsenz durchdrungen sind.

Snelling präsentierte umfangreiche Einzelausstellungen unter anderem im Haus am Lützowplatz in Berlin, im Museo di Arte Contemporanea Palazzo Forti in Verona, bei Tokyo Arts and Space, im Künstlerhaus Bethanien sowie im Rahmen der Venedig Biennale. Ihre Arbeiten wurden zudem auf internationalen Filmfestivals und in Screening-Programmen in Städten wie Berlin, Ann Arbor, Paris und Lissabon gezeigt. In Gruppenausstellungen war sie unter anderem in der Berlinischen Galerie, im Deutschen Hygiene-Museum Dresden, im MAXXI in Rom, im Aspen Art Museum sowie bei internationalen Biennalen in Buenos Aires und Havanna vertreten.

Werktitel: Tenement Rising

In vielen schnell wachsenden Städten scheinen große Wohnkomplexe fast über Nacht aus dem Boden zu schießen, was sowohl die Expansion als auch die ständige Neugestaltung des städtischen Lebens widerspiegelt. In Peking beispielsweise wurden traditionsreiche Hutong-Viertel durch Neubauten ersetzt, während große Wohnkomplexe am Stadtrand diejenigen beherbergen, die in diesem Prozess vertrieben oder umgesiedelt wurden.

Diese Umgebungen entstehen oft unter Druck und werden schnell gebaut, um dringenden Bedarf zu decken, was zu beengten, provisorischen und qualitativ uneinheitlichen Wohnbedingungen führen kann. Gleichzeitig werden sie zum Zuhause für Tausende von Menschen, die sich in diesen sich wandelnden Stadtlandschaften zwischen Arbeit, Migration und Alltag zurechtfinden müssen.

Tenement Rising ist eine 3,5 Meter hohe und 3 Meter breite Wand, die aus kleinen Wohnhäusern besteht, die zu einer einzigen, hoch aufragenden Struktur zusammengepresst wurden. Die aneinandergereihten Fassaden bilden eine weitläufige Fläche aus Beton, Putz, Fenstern und abgenutzten, aber dennoch lebendigen Außenwänden. Durch die mit Vorhängen verhängten Fenster geben kleine Lichter, Bilder und Videofragmente Einblicke in das Leben im Inneren.

Die Anhäufung dieser Strukturen verweist auf die Komplexität von Dichte, Wohnraum und Anpassung in Städten auf der ganzen Welt – und verdeutlicht nicht nur den Druck des Wachstums, sondern auch die Widerstandsfähigkeit und Präsenz der Menschen, die diese Räume bewohnen.