Caroline Böttcher (*1985 in Berlin ist Künstlerin und Autorin und arbeitet an der Schnittstelle von Fotografie, ortsbezogener Audiokunst und erinnerungskultureller Forschung. Sie studierte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und absolvierte anschließend den postgradualen Masterstudiengang Art in Context an der Universität der Künste Berlin.
Studienaufenthalte führten sie unter anderem an die Kunsthochschule Poznań (Polen) sowie an die Ostkreuzschule für Fotografie und die Klasse Ute Mahler an der HAW Hamburg. Seit 2017 ist sie Mitglied bei Soundmarker, einem Labor für ortsbezogene Audioarbeiten.
Böttchers Arbeiten wurden in Ausstellungen, Publikationen und ortsspezifischen Audioformaten unter anderem in der Prater Galerie, im Tempelhof Museum im Kreuzberg Pavillon sowie im öffentlichen Raum Berlins – darunter in den Gärten der Welt und im Treptower Park – präsentiert. Weitere Projekte realisierte sie im Haus Döschnitz in Thüringen, in Rothenklempenow in Mecklenburg-Vorpommern sowie im Rahmen von Produktionen für Deutschlandfunk Kultur. Ihre Arbeit wurde durch zahlreiche Stipendien und Förderungen unterstützt, darunter durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin, NEUSTART KULTUR des BBK, die Draußenstadt-Projektförderung sowie Recherchestipendien und Residencies, unter anderem bei der IBA Thüringen.
Werktitel: Frottier. Wenn der rote Faden sich teilt.
1856 stellte der Fabrikant Carl Heinrich Schiffner den ersten Frottierwebstuhl in Deutschland in Großschönau auf. In der Folge entwickelte sich hier eine der bedeutendsten Frottierindustrien der Region. Die Arbeit untersucht die Geschichte der Frottierweberei in Großschönau – von ihrem Aufstreben im 19. Jahrhundert über die Zeit der DDR bis zu ihrem dramatischen Rückgang nach 1990. Die Installation verbindet Textilien, Bilder und Stimmen zu einem dicht verwobenen Erinnerungsraum. Im Mittelpunkt stehen Handtücher als Zeitdokumente: Die scheinbar banalen Objekte verweisen auf globale Handelswege und Arbeitsrealitäten und verbinden alltägliche Praktiken mit politischen und ökonomischen Systemen. Ihre weichen Oberflächen tragen Spuren von Produktion, Nutzung und Ideologie. Die Weichheit des Materials ist trügerisch: Sie steht zugleich für normierte Arbeit und das Versprechen von Komfort und Normalität. Heute bleiben diese Textilien als stille Träger einer komplexen Vergangenheit erhalten.
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Ausstellung
/ Biennale
Cottbus / Chóśebuz
05.09.—20.09.2026,
Kunsthalle Lausitz / Chóśebuz
Anne Peschken / Marek Pisarsky (Urban Art) Annette Hecht-Bauer Caroline Böttcher Casey McKee Jess Zamora-Turner Katharina Arndt Lioba von den Driesch Miriam Lenk Siggiko Valentina Tröndle Tracey Snelling Felix Matschke Endstation Jam
zur VeranstaltungVernissage
/ Biennale
Cottbus / Chóśebuz
04.09.2026,
Kunsthalle Lausitz / Chóśebuz
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