Claudia Pilsl
Auf den Spuren des Unkrauts

Szene aus dem Film Claudia Pilsl

Taubnessel - Claudia Pilsl 2025

© photographer Claudia Pilsl
Szene aus dem Film Claudia Pilsl

Löwenzahn - Claudia Pilsl 2025

© photographer Claudia Pilsl
Szene aus dem Film Claudia Pilsl

Klee, weiß - Claudia Pilsl 2025

© photographer Claudia Pilsl

Claudia Pilsl (*1965 in Wels/AT) ist Künstlerin und Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt auf Fotografie und Film. Sie studierte an der Hochschule für angewandte Kunst Wien sowie an der Hochschule der Künste Berlin. Von 2011 bis 2013 absolvierte sie den Masterstudiengang Photography and Urban Cultures am Goldsmiths College, University of London. 

Nach 27 Jahren in Südengland lebt und arbeitet Claudia Pilsl seit Januar 2025 wieder in Wien. Ihre künstlerische Praxis untersucht die Wirkkraft fotografischer und filmischer Medien. Charakteristisch für ihre Arbeit ist eine prozessuale, häufig kollaborative Herangehensweise, die Interviews, Archivmaterial, Film und Fotografie verbindet. Seit 2023 beschäftigt sie sich verstärkt mit alternativen fotografischen Verfahren.

Ausgehend von dem von Karel Doing in England entwickelten Verfahren des Phytogramms nutzt sie diese alternative fotografische Technik, bei der Pflanzen aktiv in den Bildentstehungsprozess einbezogen werden. Die Arbeiten verhandeln Schnittstellen von Natur, Wissenschaft und Kunst sowie Fragen von Biodiversität und der Position analoger Verfahren in einer zunehmend digital geprägten Gegenwart. 
 
Pilsl Arbeiten wurden in Einzelausstellungen u. a. im Traklhaus Salzburg, der Landesgalerie Linz, der Fotogalerie Wien sowie im Kunstmuseum Bonn präsentiert. Darüber hinaus waren sie in zahlreichen Gruppenausstellungen und Screenings zu sehen, unter anderem bei Arnolfini und Spike Island in Bristol, im Rahmen internationaler Festivals in Großbritannien und Italien sowie in kuratierten Kunst- und Filmkontexten in Österreich und England. 

Werktitel: Auf den Spuren des Unkrauts

Claudia Pilsl entwickelt für die Lausitz Biennale eine partizipative fotografische Serie, die auf der Technik der kameralosen Fotografie basiert. Im Zentrum steht dabei das Phytogramm. Ein Verfahren, bei dem Pflanzen direkt auf lichtempfindlichem Material sichtbar gemacht werden und ihre Spuren als unmittelbare Abdrücke hinterlassen. Gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern von Lauchhammer begibt sich die Künstlerin auf Spaziergänge durch den Stadtteil. Diese gemeinsamen Erkundungen dienen nicht nur dem Sammeln heimischer Pflanzen, sondern auch dem Entdecken jener Arten, die sich auf den entstandenen Brachen neu angesiedelt haben. Der Prozess des Sammelns wird so zu einem kollektiven Akt der Wahrnehmung und der Auseinandersetzung mit einer sich wandelnden Umgebung.

Im Anschluss lädt Claudia Pilsl zu intergenerationellen Workshops in eine leerstehende Wohnung eines Wohnblocks ein. Dort vermittelt sie die Technik des Phytogramms und eröffnet einen Raum für gemeinsames künstlerisches Arbeiten. Die entstehenden Werke sind Ausdruck eines kollektiven kreativen Prozesses und spiegeln die vielfältigen Perspektiven der Teilnehmenden wider. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert, welche die Besucherinnen und Besucher der Lausitz Biennale dazu einlädt, sowohl die entstandenen Arbeiten als auch den zugrunde liegenden partizipativen Prozess nachzuvollziehen. So entsteht ein poetisches Archiv der Pflanzenwelt und zugleich ein vielschichtiger Blick auf Transformation, Erinnerung und neue Formen des Zusammenlebens in der Lausitz.

Ausstellung

/ Biennale

Lauchhammer / Bukowc
07.08.—23.08.2026, Lauchhammer, Heinrich-Zille-Str. 1 / Wokrejs Górne Błota-Łužyca

Louisa Frauenheim Johannes Weilandt Claudia Pilsl Christian Hasucha Matrosenhunde Anke Hannemann Marie Kublik & Frida Teller Anja Nürnberg Bernhard Schipper

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