Matrosenhunde suchen und finden und verweben Erlebnisse mit den jeweils subjektiven eigenen Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen.
Es geht um das Hineinspüren in unterschiedlichste Zusammenhänge und das Fassbarmachen, zwischen den Zeilen, im Strich der Zeichnung, in einem Zwischenraum von Bild und Text. Die Grafikerin und Illustratorin Fine Heininger ist für die Bilder zuständig, die Texterin Madeleine Penny Potganski für die Worte. Eine Zeichnung antwortet auf einen Satz – und umgekehrt, es entstehen fragmentarische Verbindungen, ein Dialog aus Bild und Text, der eine weitere Ebene öffnet, 1+1=3. Matrosenhunde sammeln unterwegs Puzzleteile und fügen sie zusammen. Momentaufnahmen überlagern sich und werden neu verknüpft. Worte und Bilder suchen die Möglichkeit einer Erzählung: die geheime Poesie der Dinge.
Werktitel: NOCH IST NICHTS VERLOREN
Das Künstlerinnenduo Matrosenhunde, bestehend aus Fine Heiniger (Zeichnung) und Madeleine Penny Potganski (Text), beteiligt sich an der Lausitz Biennale mit der interaktiven Installation NOCH IST NICHTS VERLOREN. Das Gebäude Zillestraße 1 wird durch großformatige Stoffbahnen, die aus Fenstern und von Balkonen herabhängen, in ein begehbares Buch verwandelt.
Die Installation eröffnet einen räumlich erfahrbaren Erzählzusammenhang und lässt das Haus selbst zu einem Resonanzkörper werden, der individuelle und kollektive Stimmen aufnimmt. Die Stoffbahnen sind mit Zeichnungen und Textfragmenten aus Gesprächen gestaltet, die im Rahmen von Recherchen und Begegnungen mit Bewohnerinnen von Lauchhammer Neustadt 1 entstanden sind. Auf diese Weise verweben die Künstlerinnen persönliche Erinnerungen, Alltagsbeobachtungen und historische Spuren zu einem vielschichtigen Geflecht, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Beziehung setzt.
Zugleich bleibt die Arbeit offen für weitere Beteiligung: Bewohner:innen sind eingeladen, eigene Gedanken und Erinnerungen einzubringen und so den fortlaufenden Entstehungsprozess aktiv mitzugestalten. Ergänzend führt ein QR-Code zu ausführlicheren Texten sowie zu einer digitalen Karte, die die Orte der geführten Gespräche sichtbar macht und den räumlichen Kontext der Erzählungen erweitert. Die Arbeit NOCH IST NICHTS VERLOREN soll verstanden werden als kollektiver Erinnerungsraum, in dem Architektur, Sprache und persönliche Geschichten miteinander verschmelzen und neue Formen gemeinschaftlicher Erzählung entstehen.
Weiterführende Links
Ausstellung
/ Biennale
Lauchhammer / Bukowc
07.08.—23.08.2026,
Lauchhammer, Heinrich-Zille-Str. 1 / Wokrejs Górne Błota-Łužyca
Louisa Frauenheim Johannes Weilandt Claudia Pilsl Christian Hasucha Matrosenhunde Anke Hannemann Marie Kublik & Frida Teller Anja Nürnberg Bernhard Schipper
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