Anke Hannemann
Veritas

Szene aus dem Film Anke Hannemann

Veritas Detail 2019 © Anke Hannemann

© photographer Anke Hannemann
Szene aus dem Film Anke Hannemann

Veritas Detail 2019 © Anke Hannemann

© photographer Anke Hannemann
Szene aus dem Film Anke Hannemann

Veritas 2019 © Anke Hannemann

© photographer Anke Hannemann
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Anke Hannemann

Anke Hannemann (*1980 in Cottbus/GDR) ist Mixed-Media-Künstlerin und Lecturer. Sie studierte Englische Literatur und Kunstgeschichte an der Technischen Universität Dresden, Freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar sowie Sound und Performance Art an der School of the Art Institute of Chicago/USA.

Hannemann absolvierte eine Ausbildung in der Restaurierung von Wandmalereien und in der Vergoldungstechnik. Ihr künstlerisches Interesse gilt der Verbindung zwischen Erinnerung, Architektur und Identität. Derzeit ist sie im Referat Strategische Kulturpolitik im Dezernat Kultur der Stadt Leipzig tätig und koordiniert dort die Entwicklungen rund um die städtischen Projekte für ein „Forum für Freiheit und Bürgerrechte/Demokratiecampus“ sowie für das Freiheits- und Einheitsdenkmal Leipzig. 

Von 2011 bis 2019 lehrte sie im internationalen MFA-Programm „Public Art and New Artistic Strategies“ an der Bauhaus-Universität Weimar und war Gastdozentin an der Oxford Brookes University (UK) sowie an der Khulna University (Bangladesch). 

Werktitel: VERITAS

Anke Hannemanns Arbeit VERITAS ist eine vielschichtige Installation, die sich aus einer modifizierten Nähmaschine des ehemals volkseigenen Kombinats VEB Nähmaschinen Wittenberge und einer darüber platzierten, gerahmten Hochzeitsfotografie zusammensetzt. Die historische Aufnahme zeigt die Urgroßeltern der Künstlerin in sorbischer Tracht und bildet den zentralen Bezugspunkt der Arbeit. Die Nähmaschine ist technisch verändert. Mit einer vergoldeten Nadel näht sie unaufhörlich im Rückwärtsgang. Obwohl sie in Betrieb ist, entsteht kein neues Produkt. Vielmehr wird ein Prozess sichtbar, der sich selbst aufhebt. Diese Umkehrbewegung wird zu einem eindringlichen Bild für den Versuch, Vergangenes festzuhalten oder zurückzuholen, ohne es tatsächlich wiederherstellen zu können.

VERITAS richtet den Blick auf das komplexe Verhältnis zwischen Kleidung und Identität. Tracht erscheint hier nicht nur als kulturelles Erbe, sondern auch als Träger von Geschichte, Zugehörigkeit und Erinnerung. Im Kontext der Lausitz verweist die Arbeit auf die tiefgreifenden Folgen des Braunkohleabbaus. Ganze Landstriche wurden zerstört, rund 130 Dörfer verschwanden, zahlreiche Menschen, insbesondere aus der sorbischen Minderheit, wurden zwangsumgesiedelt. Mit diesen Eingriffen ging ein erheblicher Verlust kultureller Kontinuität einher. Die rückwärts nähende Maschine wird so zum Sinnbild gesellschaftlicher Sehnsüchte nach Beständigkeit inmitten von Umbruch und Verlust. Gleichzeitig verweist sie auf eine Leerstelle. Auf eine kulturelle Lücke, die durch Zerstörung und Verdrängung entstanden ist und sich nicht einfach schließen lässt. In der Verbindung von persönlicher Familiengeschichte und kollektiver Erfahrung eröffnet Hannemann einen Reflexionsraum über Erinnerung, Identität und die Fragilität kultureller Überlieferung.

Ausstellung

/ Biennale

Lauchhammer / Bukowc
07.08.—23.08.2026, Lauchhammer, Heinrich-Zille-Str. 1 / Wokrejs Górne Błota-Łužyca

Louisa Frauenheim Johannes Weilandt Claudia Pilsl Christian Hasucha Matrosenhunde Anke Hannemann Marie Kublik & Frida Teller Anja Nürnberg Bernhard Schipper

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