Louisa Frauenheim
Boden

Szene aus dem Film Louisa Frauenheim

Boden, 2024 © Louisa Frauenheim. Foto: Jonas Mannherz

© photographer Jonas Mannherz
Szene aus dem Film Louisa Frauenheim

Boden, 2024 © Louisa Frauenheim. Foto: Christoph Büch

© photographer Christoph Büch
Szene aus dem Film Louisa Frauenheim

Boden, 2024 © Louisa Frauenheim. Foto: Jonas Mannherz

© photographer Jonas Mannherz
© Photographer Lee Everett Thieler
© Louisa Frauenheim. Foto: Lee Everett Thieler

Louisa Frauenheim (1990 in Hamburg/DE) ist bildende Künstlerin und lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte von 2016 bis 2022 Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin, wo sie ihr Studium mit Auszeichnung abschloss und 2022 zur Meisterschülerin von Monica Bonvicini ernannt wurde. Seit 2021 ist sie Mitglied des GIFT Kollektivs, eines Künstler*innenkollektivs mit Sitz in Berlin und Hamburg. 

Louisa Frauenheims Arbeiten verorten sich an der Schnittstelle von Skulptur, Installation, Performance und Video und befassen sich mit Zuständen von Verletzbarkeit, Heilung und Widerständigkeit. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie Körperlichkeit als Austragungsort von Machtverhältnissen sowie die gesellschaftliche Konstruktion von Weiblichkeit und Mutterschaft. Darüber hinaus erforscht sie das Zusammenspiel eigener biografischer Erinnerungen und kollektiver Erinnerungskulturen, häufig anhand von Objekten und Praktiken, die Geschichte(n) vermitteln und soziale Zuschreibungen sichtbar machen. 

Frauenheims Arbeiten wurden in Einzelausstellungen u. a. in der Galerie Mathias Güntner (Hamburg/Berlin), im Kunstverein Gastgarten sowie im Institut für Alles Mögliche (Berlin) präsentiert; Darüber hinaus war sie an Gruppenausstellungen in renommierten Berliner und überregionalen Kunstkontexten beteiligt, darunter im Salon am Moritzplatz, im Rahmen des UdK Art Award, bei 48h Neukölln, in der Galerie Roberta Keil in Wien sowie im Kunstverein Ebersberg. 

Werktitel: Boden

Louisa Frauenheim bespielt einen Raum im Erdgeschoss des Gebäudes, der früher als überdachte Bushaltestelle diente, mit einer eindringlichen Sound-Boden-Installation. In dieser spezifischen architektonischen Situation entfaltet sich ein akustisches Szenario, das die Geschichte des Ortes ebenso aufruft wie seine gegenwärtige Transformation.

Fünf bis sieben Megaphone sind im Raum installiert und geben in regelmäßigen Intervallen die Klänge von Presslufthämmern wieder, wie sie auch im Kohleabbau Verwendung finden. Für ein bis zwei Minuten wird der Raum von einem vibrierenden, aggressiven Dröhnen erfüllt, das die Besucherinnen und Besucher körperlich erfasst. Darauf folgt eine Phase absoluter Stille. Dieser abrupte Wechsel zwischen Lärm und Ruhe strukturiert die Installation und wird zu einer rhythmischen Erfahrung von Arbeit, Erschütterung, Stillstand und Reflexion. Das Geräusch des Presslufthammers steht dabei sinnbildlich für das Streben nach Fortschritt und Wachstum, zugleich aber auch für Zerstörung, Eingriff und die Gewalt, mit der Natur und Geschichte bearbeitet werden. In der körperlichen Erfahrung von Lautstärke und Stille entsteht ein Spannungsfeld, das zentrale Fragen aufwirft: Wann kippt produktive Tätigkeit in destruktive Gewalt? Wann wird der Wunsch nach Entwicklung zur Überforderung?

Darüber hinaus eröffnet die Arbeit eine biografische Dimension. Das „Graben“ wird hier auch als Metapher des Erinnerns lesbar. Als ein Prozess, der persönliche wie kollektive Schichten freilegt, die im Boden der Vergangenheit verborgen liegen. Die leitende Frage „Auf welchem Boden stehen wir eigentlich ?“ fordert dazu auf, Herkunft, Identität und Verantwortung neu zu verorten und die eigene Position im Gefüge von Geschichte und Gegenwart kritisch zu hinterfragen.

Ausstellung

/ Biennale

Lauchhammer / Bukowc
07.08.—23.08.2026, Lauchhammer, Heinrich-Zille-Str. 1 / Wokrejs Górne Błota-Łužyca

Louisa Frauenheim Johannes Weilandt Claudia Pilsl Christian Hasucha Matrosenhunde Anke Hannemann Marie Kublik & Frida Teller Anja Nürnberg Bernhard Schipper

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