Address 03149 Forst, Sorauer Straße 39
Directions Google Maps©
about the location
Ab dem 19. Jahrhundert war Forst eine der bedeutendsten Textilstädte Deutschlands. Erhalten geblieben von hunderten alten Textilfabriken ist heute nur noch das im Jahr 2025 neu eröffnete Museum für Industrie- und Textilkunst in der ehemaligen Tuchfabrik Daniel Noack.
Im 300 qm großen Saal des Museums werden vom 21.08. bis 06.09.2026 das erste Mal Kunstwerke internationaler und lokaler Künstlerinnen gemeinsam zu sehen sein. Die Themen der ausgestellten Kunstwerke umspannen das weite Feld der Transformation der Lausitz. Inbegriffen ist Textilkunst, Probleme der Umwelt, sowie Verlust und Gewinn von Landschaft und Identität. All diese Themen werden aus unterschiedlichen Sichtweisen künstlerisch erforscht und bildhaft dargestellt:
Die 10 Meter lange Installation „Flaming Heart“ der portugiesischen Künstlerin Joana Vasconcelos bietet beim Betreten des Raums einen imposanten Blickfang – ebenso lang ist der Scherenschnitt „State of Strike“ von Sonja Yakoleva, der die gesamte Rückwand des Saals einnimmt. Die Performance und Videoinstallation „Run off“ der Modedesignerin und Künstlerin Esther Perbandt auf der gegenüberliegenden Stirnwand des Saals bildet das Pendant. Bezug zur Transformation der Lausitz nehmen auch alle anderen Arbeiten in dieser Ausstellung. Die überdimensionierten Holzschnitte von Frank Lippold ebenso, wie die von Marike Schuurmann stark vergrößerten Polaroidfotos, die als Pigmentdrucke in Plexiglaskästen von den Lausitzer Seenlandschaften und deren Wasser-Säuregehalten erzählen. Die Fahnen der „Rosenbrigade“ von Minh Duc Pham nehmen Bezug auf die ehemals in der DDR arbeitenden Vietnamesischen Arbeiterinnen, während Heike Zappe’s Arbeiten Bezug auf die heute noch existierende, traditionsreiche „Jende Posamentenmanufaktur“ in Forst nimmt und diese fotografisch dokumentiert. Mit einer partizipativen Arbeit – an einer Strickmaschine - werden die Besuchenden von der Künstlerin Karen Modrei dazu eingeladen, Geschichten zu erzählen, die auf der Strickmaschine in Muster übertragen werden. Den Abschluss der Ausstellung bildet die großformatige Installation einer Makro-Kohlestruktur, mit der die in Wien lebende Künstlerin Katharina Maria Wimmer Bezug auf den verlorengegangenen Kohleabbau in der Lausitz nimmt.
https://www.forst-lausitz.de/brandenburgisches-textilmuseum.120256.htm
https://forst-stadtentwicklung.de/2022/07/07/rundgang-durch-das-brandenburgische-textilmuseum/