Sonja Yakoleva
State of Strike

Szene aus dem Film Sonja Yakoleva © photographer Norbert Miguletz
© Photographer Stasia Grishina
Sonja Yakoleva - Photo: Stasia Grishina

Sonja Yakovleva (*1989 in Potsdam) ist eine in Frankfurt am Main arbeitende Künstlerin, die mit monumentalen Scherenschnitten und großformatigen Bildkompositionen gesellschaftliche Machtverhältnisse, Klassenfragen und Körperpolitiken untersucht.

Ihre Arbeiten verbinden pop-feministische Ironie mit präziser Analyse der Leistungs- und  Konsumgesellschaft. 

Yakovleva studierte an der Hochschule für Gestaltung Offenbach und an der Hochschule der Bildenden Künste in Athen. Sie ist Teil des Kollektivs KVTV, das Ausstellungs- und Medienprojekte realisiert. Ihre Arbeiten wurden u. a. im Kunstmuseum Stuttgart, dem Frankfurter Kunstverein, im Kunstraum Potsdam, dem Kunstpalais Erlangen, Klingspor Museum, der Städtischen Galerie Nordhorn und im saasfee* pavillon ausgestellt. 

 Die Arbeiten verfolgen häufig einen politischen Ansatz: In den Bildkompositionen aus großformatigen Papierbahnen, Fotokarton und zeichnerischen Elementen verdichten sich Infrastrukturen, Produktionsstätten und soziale Machtverhältnisse zu einer topografischen Überlagerung der postindustriellen Stadt.

Die Methode der Montage, die Verbindung von Scherenschnitt, Zeichnung und collagebasiertem Bildmaterial erlaubt die Gleichzeitigkeit verschiedener Szenen  prekärer Arbeit, alltäglicher Unsichtbarkeit und sich verdichtender Arbeitskämpfe.

Werktitel: State of Strike

In State of Strike erscheint die Stadt als Körper, dessen Funktionen von Arbeiter:innen aufrechterhalten werden. Sonja Yakovleva zeigt sie dicht gedrängt im öffentlichen Raum – im Streik, als kollektive Kraft. Auch Tiere aus der industriellen Mast verweigern ihre Ausbeutung. In einer über 10 Meter langen Wandarbeit verdichtet sie urbane Infrastrukturen wie Lieferdienste, Pflege, Bau oder Gastronomie und integriert reale Orte. Sichtbar werden jene Bereiche, die sonst unsichtbar bleiben.

Im Zentrum steht die Frage nach Körper und Politik: Wie werden Körper ausgebeutet – und wie können sie im Streik Widerstand leisten? Besonders migrantische Arbeiter:innen rücken in den Fokus. Yakovleva verbindet Recherche, persönliche Erfahrungen und historische Bezüge zu einem vielschichtigen Bild gesellschaftlicher Konflikte.

Für die Biennale wird die großformatige Serie State of Strike weiterentwickelt, die die Stadt als Organismus versteht, in dem Arbeit, Unsichtbarkeit und kollektiver Widerstand zirkulieren. Die Methode der Montage aus Scherenschnitt und Zeichnung ermöglicht eine Darstellung prekärer Arbeitsverhältnisse, sozialer Machtstrukturen und postindustrieller Umgebungen, wie sie auch die Lausitz im Strukturwandel prägen.  

Ausstellung

/ Biennale

Forst / Baršć (Łužyca)
21.08.—06.09.2026, Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz / Wokrejs Sprjewja-Nysa

Sonja Yakoleva Joana Vasconcelos Katharina Maria Wimmer Esther Perbandt Frank Lippold Marike Schuurman Minh Duc Pham Heike Zappe Karen Modrei

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