Minh Duc Pham
Rosenbrigade

Szene aus dem Film Minh Duc Pham © oalb

Minh Duc Pham (*1991 in Bad Schlema/DE) ist bildender Künstler und lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte Ausstellungsgestaltung und Szenografie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe sowie Zeitbezogene Medien und Performance an der Universität der Künste Berlin. Er arbeitet medienübergreifend mit Textil, Installation, Performance und Sound. 

Seine Praxis verhandelt Identität und (Post-)Migration an der Schnittstelle von Gender, Race und Klasse. Wiederkehrend nutzt er ein selbst entwickeltes Blumen-Vokabular, in dem Pflanzen als Speicher von Fürsorge, Resilienz und Erinnerung auftreten. Seit 2019 recherchiert er zudem zur vietnamesischen Vertragsarbeit in der DDR und verbindet Archivfunde, Interviews und Alltagsobjekte mit körperlichen und rhythmischen Setzungen im Raum.  

 Minh Duc Phams Arbeiten wurden in institutionellen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt, darunter im Haus der Kulturen der Welt und im Haus am Kleistpark in Berlin, im Museum der Bildenden Künste Leipzig, im Stadtmuseum Dresden sowie im Museo MA*GA in Mailand. Einzelausstellungen realisierte er unter anderem in der Galerie im Tempelhof Museum in Berlin und in der Turba Galerie in Hannover. Internationale Präsentationenführten ihn zudem nach Vietnam, Finnland, Island, Italien und in die USA. Seine Arbeit wurde durch zentrale Förderprogramme wie NEUSTART KULTUR der Stiftung Kunstfonds und den Fonds Darstellende Künste sowie durch internationale Residenzen u. a. bei Tokyo Arts and Space und HELLERAU/LES SUBSISTANCES unterstützt. 

Werktitel: Rosenbrigade

Die Installation „Rosenbrigade“ adaptiert ein Ensemble aus 9–18 rosengedruckten Seidenfahnen für das Forster Museum und würdigt die oft unsichtbar gebliebene Arbeit der Vertragsarbeiter:innen, die in der Textilindustrie und im industriellen Umfeld der Lausitz eine zentrale Rolle spielten.Für die 1. Open Art Lausitz Biennale wird die Installation durch die Klangarbeit „Sternbild Forst“ erweitert. Dafür werden historische Bildmotive aus dem Ostdeutschen Rosengarten – etwa Postkarten oder Plakate – zunächst mithilfe von Algorithmen in Webmuster übersetzt und anschließend in Lochkarten übertragen. Diese Lochkarten erzeugen einen gleichmäßigen, maschinenähnlichen Klang, der im Raum abgespielt wird. Der Rhythmus erinnert an industrielle Arbeitsprozesse und verbindet die Bildgeschichte des Rosengartens mit dem industriellen Erbe der Region.  

Ausstellung

/ Biennale

Forst / Baršć (Łužyca)
21.08.—06.09.2026, Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz / Wokrejs Sprjewja-Nysa

Sonja Yakoleva Joana Vasconcelos Katharina Maria Wimmer Esther Perbandt Frank Lippold Marike Schuurman Minh Duc Pham Heike Zappe Karen Modrei

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