Die 1971 geborene Portugiesin Joana Vasconcelos gehört zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Ihr Werk zeichnet sich durch eine faszinierende Verwandlung des Alltäglichen aus: Mit Vorliebe entfremdet sie Gebrauchsgegenstände wie Kochtöpfe, Telefone oder Textilien und fügt sie zu monumentalen Skulpturen zusammen.
Dabei verbindet sie das intime, oft weiblich konnotierte Kunsthandwerk – wie das Häkeln oder die Keramikkunst – mit einer gewaltigen öffentlichen Präsenz.
Ihre Arbeiten sind weit mehr als reine Ästhetik; sie sind ein humorvoller, aber messerscharfer Kommentar zu gesellschaftlichen Fragen. Vasconcelos thematisiert die Rolle der Frau, die Auswüchse der Konsumgesellschaft und die Suche nach kollektiver Identität.
Der internationale Durchbruch gelang ihr 2005 auf der Biennale von Venedig, als sie mit einem aus Tausenden Tampons gefertigten Kronleuchter (The Bride) für Aufsehen sorgte. Seitdem bricht sie regelmäßig Rekorde: 2012 zog sie als erste Frau mit einer Einzelausstellung in das Schloss von Versailles ein und begeisterte dort über 1,6 Millionen Besucher. Später folgten Meilensteine im Guggenheim Bilbao und den Uffizien in Florenz, wo sie ihre zeitgenössischen Visionen in einen direkten Dialog mit den alten Meistern der Kunstgeschichte stellte.
Heute arbeitet Vasconcelos in ihrem Studio in Lissabon und setzt sich über ihre eigene Stiftung verstärkt für soziale Projekte und die Kunstförderung ein. Ihr Schaffen bleibt eine Brücke zwischen der gelehrten Kunstwelt und der lebendigen Populärkultur.
Weiterführende Links
Ausstellung
/ Biennale
Forst / Baršć (Łužyca)
21.08.—06.09.2026,
Forster Museum für Textil- und Industriegeschichte Lausitz / Wokrejs Sprjewja-Nysa
Sonja Yakoleva Joana Vasconcelos Katharina Maria Wimmer Esther Perbandt Frank Lippold Marike Schuurman Minh Duc Pham Heike Zappe Karen Modrei
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