Swen Bernitz
Dorfbilder

Szene aus dem Film Swen Bernitz © oalb

Swen Bernitz (*1970 Ost-Berlin/DDR) ist Fotograf und lebt und arbeitet im Brandenburgischen Zossen. Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre war er zunächst als Banker und Unternehmensberater tätig. Als Autodidakt wandte er sich ab 2008 der Fotografie zu und realisiert seither konzeptionelle Langzeitprojekte im dokumentarischen Stil, die sich mit der gebauten Umwelt und urbanen Stadtlandschaften auseinandersetzen. 

Bernitz untersucht in seinen konzeptuell angelegten Langzeitprojekten die Transformation der gebauten Umwelt – mit besonderem Fokus auf Berlin und Brandenburg. Seine fotografische Praxis bildet eine eigenständige Position innerhalb der zeitgenössischen deutschen Fotografie. Architektur erscheint darin nicht als bloßes Objekt visueller Ästhetik, sondern als Träger kollektiven Gedächtnisses, in dem sich die sedimentierten Schichten deutscher Geschichte materialisieren. Die Serien zeichnen sich durch analytische Klarheit, formale Strenge, geometrische Präzision und eine sachliche Bildsprache aus. Bewusst menschenleer und überwiegend in Schwarzweiß gehalten, eröffnen die Fotografien einen zeitlosen Blick auf urbane Strukturen als Spiegel sozialer und historischer Dynamiken. Auf diese Weise werden die Fotografien zu essenziellen Zeugnissen eines gegenwärtigen Zustands, der sich aus vielschichtigen Überlagerungen vergangener Ordnungen speist.

Bernitz’ Arbeiten wurden vielfach nominiert und ausgezeichnet, darunter beim Europäischen Architekturfotografie-Preis, den Sony World Photography Awards (Architecture), dem Felix Schoeller Photo Award sowie mehrfach für den Brandenburgischen Kunstpreis; zudem war er Finalist und Preisträger internationaler Fotopreise und Förderprogramme. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, unter anderem in der Fotogalerie Potsdam, im UNESCO-Welterbe Bauhaus Bernau, im Museum des Teltow (Zossen) und im Dahmelandmuseum Königs Wusterhausen. Darüber hinaus war er an internationalen Gruppenausstellungen beteiligt, etwa im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main, im Sprengel Museum Hannover sowie in Museen, Galerien und Ausstellungsorten in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien.

Werktitel: Dorfbilder

Die Schwarzweiß-Foto-Serie Dorfbilder untersucht die Baukultur und sozialen Strukturen ländlicher Räume in Brandenburg. Häuser und Siedlungen werden zu stillen Trägern von Geschichte, in denen sich Alltag, Wandel und regionale Identität einschreiben.
Zwischen Backstein, Holz und improvisierten Lösungen entsteht eine visuelle Archäologie des Alltäglichen. Architektur erscheint nicht als Monument, sondern als Ausdruck sozialer und ökonomischer Veränderungen – von der DDR bis in die Gegenwart.
Die Serie macht Transformation konkret sichtbar und zeigt, wie sich Gemeinschaft und Identität in gebauten Räumen fortschreiben.

Ausstellung

/ Biennale

Doberlug-Kirchhain / Dobrjoług-Góstkow
01.08.—16.08.2026, Haus am Markt 20 / Wokrejs Łobjo-Halšter

Astrid Weichelt tohu & bohu Meggie Schneider Beate Tischer Daniela Butsch Maria Arendt Süheyla Asci Philipp Eichhorn Katrin Trost Swen Bernitz Karsten Kelsch

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