Katrin Günther
Waldbäder

Szene aus dem Film Katrin Günther

Zweiter Schuss, Tusche, Acryl auf Leinwand, 150 x 250 cm - Katrin Günther 2020

© photographer Eric Tschernow
Szene aus dem Film Katrin Günther

Luft, Tusche auf Papier, 193 x 363 cm - Katrin Günther 2020

© photographer Eric Tschernow
© oalb
Kathrin Günther

Katrin Günther (*1970 in Elsterwerda) ist bildende Künstlerin. Sie studierte Architektur an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und an der Universität Mailand.

Von 2005 bis 2011 war sie als künstlerische Assistentin an der BTU Cottbus tätig und lehrte anschließend an Hochschulen und Universitäten im In- und Ausland. Es folgten Professuren an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz sowie Lehraufträge an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Seit 2020 ist sie Professorin für Künstlerisch-Experimentelle Grundlagen der Gestaltung im Fachbereich Design an der Hochschule Anhalt in Dessau. 
 
Günther war bereits 1991 beim 1. Symposium der Biennale Europäischer Länder für Landart, Multimedia und Objektkunst im Tagebau Cottbus-Nord vertreten. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelpräsentationen, u. a. in der Kunsthalle Dessau, im Mies van der Rohe Haus in Berlin, in den Kunstvereinen Bayreuth und Konstanz und in der Stiftung Ludwig in Havanna gezeigt. In Gruppenausstellungen war sie u. a. in der Kestnergesellschaft in Hannover, im Museum of Modern Realism Gorssel, in der Kunsthalle Zürich, sowie im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus vertreten; weitere Ausstellungsprojekte fanden in Israel, Kuba und den Niederlanden statt. Günther wurde mehrfach ausgezeichnet und erhielt Preise im Bereich Kunst am Bau sowie Förder- und Residenzstipendien. Ihre Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland. 

Werktitel: Waldbäder

Die Reihe Waldbäder entstand 2010–2012 in Brandenburg, zunächst in Bad Erna, einer der frühen Braunkohlegruben der Niederlausitz. Die Zeichnungen halten die Situation schattiger Waldbäder fest. Orte, wie sie aus Ferienzeiten und Kindheitserinnerungen vertraut sind.

Die großformatigen Zeichnungen aus der Reihe Urbane Strömungen dokumentieren eine Region im Wandel, in der geflutete Gruben zu großen Seen wurden, während zugleich Wassermangel und Hochwasser Brandenburg prägen. Mit der touristischen Öffnung und Erschließung der Tagebauseen entstehen neue Nutzungen, landschaftliche Verdichtungen, „urbane Bewegungen“, Verkehr und Konsum entlang der Ufer. Die Arbeiten spiegeln die früheren Zukunftsvisionen sowie die aktuellen Herausforderungen eines nachhaltigen Umgangs mit der Landschaft wider.