Dirk Sorge (*1984 in Berlin) ist bildender Künstler mit Sitz in Leipzig und Berlin. Er studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin sowie Kultur und Technik und Philosophie des Wissens und der Wissenschaften an der Technische Universität Berlin.
Seine Arbeitsweise ist konzeptuell und oft recherchebasiert, z. B. mit Bezug auf Museumssammlungen und theoretische Fragestellungen. Sein Interesse gilt dabei den Verflechtungen von (digitaler) Technologie, Bildproduktion und Machtstrukturen. Wiederkehrende Themen sind Technisierung, Normierung, Irrationalität und Hierarchisierung. Als Medienkünstler mit Sehbehinderung sind einige Arbeiten von seinem Aktivismus gegen ableistische Strukturen geprägt.
Sorge zeigte seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf Festivals u. a. im Neuen Grünen Gewölbe der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, im Schwulen Museum Berlin, im Museum der bildenden Künste Leipzig und in der Berlinischen Galerie sowie international in Beijing, Timișoara, Jerusalem, und Australien. Zudem erhielt er Arbeits-, Projekt- und Reisestipendien u. a. von der Stiftung Kunstfonds, dem Kulturamt Leipzig, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Goethe-Institut und dem DAAD; internationale Förderungen ermöglichten Arbeits- und Forschungsaufenthalte u. a. in China und Australien.
Werktitel: Spurensuche
Dirk Sorge hinterfragt aufgrund einer Sehbehinderung in seinen Arbeiten die Dominanz des Sehsinns und eröffnet mit seinen Arbeiten alternative Zugänge zum Begreifen des
öffentlichen Raumes. Für die Lausitz Biennale wird er eine Woche lang in Lauchhammer vor Ort arbeiten und dort Abformungen von Oberflächen im Stadtraum anfertigen. Unter anderen von Hydrantendeckeln, Fassaden oder Straßenelementen. Mithilfe einer tonähnlichen Masse, die er auf reliefierte Oberflächen aufträgt und fest andrückt, entstehen detailgenaue, seitenverkehrte Reliefs im Maßstab von 1:1. Diese fragmentarischen Abdrücke ergeben in ihrer Summe kein klassisches Stadtbild, aber sie machen verborgene, oft übersehene Spuren des öffentlichen Raums sichtbar. Die so entstandenen Arbeiten werden in Form einer Intervention im Eisenkunstguss Museum präsentiert und rufen dort Erinnerungen an archäologische Funde wach. Während der Dauer der Ausstellung werden Besuchende vom Künstler dazu eingeladen, Spuren in der Umgebung des Museums mit Tonmasse zu sichern und die daraus entstandenen Abdrücke zur Installation des Künstlers hinzuzufügen. So entsteht nach und nach ein stetig wachsendes, gemeinschaftliches Relief vom Stadtraum Lauchhammer, das die Wahrnehmung jenseits des rein Visuellen auch haptisch erfahrbar macht.
Weiterführende Links
Ausstellung
/ Biennale
Lauchhammer / Bukowc
09.08.—23.08.2026,
Kunstgussmuseum Lauchhammer / Wokrejs Górne Błota-Łužyca
Birgit Fechner Dirk Sorge Reinhard Sandner
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