Ausstellung

/ 09 Aug — 23 Aug 2026

Lauchhammer / Bukowc Kunstgussmuseum Lauchhammer

© Photographer Friederike Kalz

Veranstaltung Lauchhammer / Bukowc, Ausstellung

Sektion Biennale

Laufzeit 09 Aug — 23 Aug 2026

Ort Kunstgussmuseum Lauchhammer, Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Adresse 01979 Lauchhammer/Bukowc, Freifrau-von-Löwendal-Straße 3

Das Eisenwerk Lauchhammer wurde 1725 von einer Frau, Benedicta Margaretha von Löwendal gegründet. Unter Detlev Graf von Einsiedel entwickelte es sich zu einer bedeutenden Kunst- und Bronzegießerei. Lauchhammer gilt als Ursprungsort des Eisenkunstgusses und als erste Produktionsstätte gusseiserner Großplastiken.

Das Eisenkunstguss Museum Lauchhammer bewahrt heute eine deutschlandweit einzigartige Sammlung mit rund 2.800 historischen Modellen aus Gips und Metall. Die Reliefs und plastischen Vorlagen dokumentieren die Kunst- und Kulturgeschichte des Eisen- und Bronzegusses vom 18. bis ins 21. Jahrhundert. Ergänzt wird die umfangreiche, historische Sammlung durch originale Eisen- und Bronzegüsse, darunter Skulpturen, Denkmäler und kunstgewerbliche Objekte bedeutender Künstlerinnen und Künstler aus der Gegenwart.

Dirk Sorge: Spurensicherung

Dirk Sorge hinterfragt aufgrund einer Sehbehinderung in seinen Arbeiten die Dominanz des Sehsinns und eröffnet mit seinen Arbeiten alternative Zugänge zum „Begreifen" des öffentlichen Raumes. Für die Lausitz Biennale wird er eine Woche lang in Lauchhammer vor Ort arbeiten und dort Abformungen von Oberflächen im Stadtraum anfertigen. Unter anderen von Hydranten, Fassaden oder Straßenelementen. Mithilfe einer tonähnlichen Masse, die er auf reliefierte Oberflächen aufträgt und fest andrückt, entstehen detailgenaue, seitenverkehrte Reliefs im Maßstab 1 : 1. Diese fragmentarischen Abdrücke ergeben in ihrer Summe kein klassisches Stadtbild, aber sie machen verborgene, oft übersehene Spuren des öffentlichen Raums sichtbar. Die so entstandenen Arbeiten werden in Form einer Intervention im Eisenkunstguss Museum präsentiert und rufen im Kontext mit den klassischen Exponaten des Museums, Erinnerungen an archäologische Funde wach.

Während der Dauer der Ausstellung werden Besuchende vom Künstler dazu eingeladen, Spuren in der Umgebung des Museums mit Tonmasse zu sichern und die daraus entstandenen Abdrücke zur Installation des Künstlers hinzuzufügen. So entsteht nach und nach ein stetig wachsendes, gemeinschaftliches Relief vom Stadtraum Lauchhammer, das die Wahrnehmung, jenseits des rein Visuellen, auch für Sehbehinderte Menschen haptisch erfahrbar macht.

Birgit Fechner: Zerbrechliche Formen

Birgit Fechner verbindet skulpturale Arbeiten und expressive Malerei zu einer sinnlich-poetischen Gesamtinstallation. Aus wiederverwendeter Gebrauchskeramik und Kitschfiguren entstehen abstrakte Körper mit Anklängen an Pflanzenformen, antike Stelen und dadaistische Objektkunst. Ergänzt werden Fechners unkonventionelle Skulpturen durch ihre farbintensiven Malereien aus gestischen Farbflächen und rhythmischen Schichtungen.

Im Eisenkunstguss Museum Lauchhammer treten Skulptur und Malerei von Birgit Fechner in einen lebendigen Dialog mit den historischen Kunstguss-Exponaten des Museums. Zwischen Fragilität, Humor und Ausdruckskraft entsteht hierbei eine raumbezogene Intervention, welche die klassischen Werke des Museums auch für ungeübte Augen neu erfahrbar macht.

Reinhard Sandner: Was los im Revier

Reinhard Sandner, gebürtiger Lauchhammeraner, widmet sich seit Jahrzehnten der Lausitzer Landschaft und ihren Menschen. In Malerei, Assemblagen und skulpturalen Arbeiten entwickelte er eine eigenständige Bildsprache, die ihn als unverwechselbaren Vertreter der Dresdner Kunstszene der 1980er Jahre kennzeichnet.

Im Rahmen der Lausitz Biennale zeigt Reinhard Sandner im Eisenkunstguss Museum Lauchhammer die Werke "Verlassene Werkstatt" (1994), "Was los im Revier" (2003), die Assemblage "Steigende Pegel" (1989/2002) und die skulpturale Installation „Brikettfabrik 67“ (2012/13) aus Industriekeramik, rostigen Eisenteilen und Elektroschrott. Im Kontext mit den Exponaten des Eisenkunstguss Museums bilden seine Arbeiten einen spannungsvollen Kontrast und eröffnen für Besuchende neue Perspektiven auf die industrielle Geschichte der Lausitz.

Künstler

Birgit Fechner

Zerbrechliche Formen

Birgit Fechner  (*1962 in München) studierte zuerst Osteuropawissenschaften, bevor sie sich zum Gaststudium in der Kunsthochschule Weißensee …

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Dirk Sorge

Spurensuche

Dirk Sorge (*1984 in Berlin) ist bildender Künstler mit Sitz in Leipzig und Berlin. Er studierte Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin …

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Reinhard Sandner

Was los im Revier

Reinhard Sandner, gebürtiger Lauchhammeraner, widmet sich seit Jahrzehnten der Lausitzer Landschaft und ihren Menschen.

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