Grußwort
Die Lausitz ist eine Region im Übergang – und zeigt unübersehbar: Zwischen Tagebaufolgen und neuen Energielandschaften geht es nicht nur um ökonomische Kennzahlen. „Strukturwandel“ ist auch ein kultureller Prozess, den zu begleiten eine zentrale kulturpolitische Aufgabe ist. Die erste openart Lausitz Biennale betrachtet sich selbst nicht umsonst als „strategisches Kulturprojekt“, denn Kunst ist nicht bloßer Kommentar von außen, sondern Teil dieses Aushandlungsprozesses: Künstlerische Positionen fragen nach Identität, nach Zugehörigkeit, nach Erfahrungen, Erinnerung und Verantwortung in der konkreten Gegenwart. Die Biennale bringt Internationalität in die Lausitz und verbindet sie mit den Geschichten und Gegenwartsfragen der Region. In Brandenburg wissen wir schon lange: Wandel ist nichts Passives, das eben passiert, sondern Einladung zur Gestaltung. Von permanentem Wandel geprägt, haben die Menschen hier in Brandenburg eine besondere Fähigkeit entwickelt, mit Veränderungen kreativ umzugehen – eine Praxis der Improvisation, des Findens neuer Lösungen im Offenen.
In diesem Sinne ist die Biennale mehr als ein kulturelles Ereignis. Sie ist ein Angebot zum Mitdenken und Mitgestalten in einer Region, die beispielhaft für viele Transformationsräume in Europa steht. Möge sie Widerspruch provozieren, Neugier wecken und den Mut stärken, Zukunft nicht nur zu erwarten, sondern zu entwerfen.
Dr. Manja Schüle
Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur
des Landes Brandenburg